Der Japan-Diskurs im westlichen Kulturkontext (1860-1920)

09.2003
ISBN: 978-3-89129-113-9
478 S., Paperback
EUR 61,50
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Thomas Pekar

Der Japan-Diskurs im westlichen Kulturkontext (1860-1920)

Reiseberichte - Literatur - Kunst

Gegenstand dieser Untersuchung sind westliche - insbesondere deutschsprachige - Texte über Japan aus den Jahren 1853 und etwa 1920. Es handelt sich vor allem um Reiseberichte, literarisch-ästhetische und kulturelle Texte allgemein. Dieser 'Japan-Diskurs' wird unter topischen, ästhetischen und motivgeschichtlichen Gesichtspunkten analysiert. Der topische Zugang auf diesen Diskurs liefert ein eng umrissenes Reservoir von feststehenden Beschreibungsmustern für Japan: Andersartigkeit, Gegensätzlichkeit, Einzigartigkeit, Nachahmung, Oberflächlichkeit, Kleinheit, Kindlichkeit und Unmoral sind einige dieser Topoi, mit denen der Westen Japan kaum beschrieben, sondern vielmehr als sein imaginäres Bild entworfen hat. Aus ästhetischer Perspektive erweist sich die westliche Japan-Rezeption der Jahrhundertwende als durchaus produktiv: Die von Jugendstil-Künstlern und Literaten, wie z.B. Rilke, geführten Diskussionen um die Handwerklichkeit der Kunst, neue Formen, die soziale Funktion der Kunst und die Bindung der Kunst an die Natur wurden fast immer in Rückbezug auf das 'Japanische' geführt. Bei der motivgeschichtlichen Betrachtung steht die vom westlichen Japan-Diskurs imaginierte Geisha - die mit der geisha im japanischen Kulturkontext nichts zu tun hat - im Mittelpunkt. Diese 'westliche Geisha' fungierte, z.B. als Madame Chrysanthème oder Madame Butterfly, als Sammelbegriff (umbrella term) westlich-männlicher Sexualphantasien. Der westlich-weibliche Blick auf Japan hingegen fokussierte sich auf die soziale Stellung der japanischen Frauen, wie die Analyse einiger Japan-Texte heute nahezu unbekannter deutschsprachiger Autoren zeigt.


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