Wenn statt des Mundes Augen reden

2001
ISBN: 978-3-89129-470-3
270 S., kartoniert
EUR 28,00
Lieferbar

Isabelle Wentzlaff-Mauderer
Günter Häntzschel, Erich Kleinschmidt (Hrsg.)

Wenn statt des Mundes Augen reden

Sprachlosigkeit und nonverbale Kommunikation in Miss Sara Sampson (1755), Düval und Charmille (17787), Kabale und Liebe (1784) und Penthesilea (1808)

aus der Reihe Cursus, Texte und Studien zur deutschen Literatur, Bd. 20


Die vorliegende Untersuchung geht von der Annahme aus, daß den unterschiedlichen Modi der Sprachlosigkeit und der Ergänzung oder dem Ersatz von Figurenrede durch nonverbale Kommunikation im Drama wesentliche Bedeutung für die Konstitution der Handlung sowie die Vermittlung von Stimmungen und Erleben der Figuren zukommt. An vier Trauerspielen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts wird gezeigt, daß die Berücksichtigung dieser Äußerungsformen das Gattungsverständnis und die Interpretation sinnvoll erweitert. Der Weg führt dabei nicht über die Erstellung eines um Vollständigkeit bemühten Repertoires von Beispielen für kommunikative Störungen sowie von einzelnen Funktionen und Wirkungen von Sprachlosigkeit oder die Klärung der Bedeutung von Leerstellen für das Drama. Ebensowenig stehen die Zusammenhänge zwischen der Kommunikationsunfähigkeit der Figuren und den spezifischen Motivationen des Autors für die Berücksichtigung von Schweigen und kommunikativen Aporien im Vordergrund. Auch die bereits hinlänglich erforschten (und in bisherigen Textanalysen tendenziell überbewerteten) zeitgenössischen Rahmenbedingungen werden nicht eigens thematisiert. Indem sie sich von Normen setzenden, letztlich einschränkenden Dramendefinitionen, von vorschnell angenommenen Entwicklungslinien und von Analysetendenzen distanziert, denen Literatur zum flüchtig gesichteten Beweismaterial für große Thesen verkommt, bemüht sich die Studie vielmehr um Komplementarität zu dominierenden Interpretationsansätzen. Ausgangspunkt war der Versuch, die unterschiedlichen Formen des Aussetzens und Versagens verbaler Verständigung nicht im Hinblick auf die sogenannte 'Sprachkrise', sondern systematisch und womöglich unter Berücksichtigung ihrer Ursachen zu erfassen, um die Effizienz sprachlicher Kommunikation im jeweiligen Drama beurteilen zu können. Hierfür war eine detaillierte Auseinandersetzung mit den nonverbalen Äußerungsformen und mit den Verfahren notwendig, durch die sie bereits im Text zur Geltung gebracht werden. Dies wiederum setzte unter anderem eine Aufwertung des sogenannten 'Nebentextes' voraus; denn ebenso wie Hinweise auf Körperkommunikation innerhalb der Figurenrede oder wie 'beredtes' Schweigen hat diese - gelegentlich allzu rasch als bloße 'Regieanweisung' dem Interessengebiet der Theaterwissenschaft zugeordnete - Textschicht als Teil des Dramas selbst und damit als Gegenstand literaturwissenschaftlicher Analyse zu gelten.


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