Zäsuren – Welt/Literatur

11.12.2019
ISBN: 978-3-86205-332-2
274 S., Softcover
EUR 28,60
Lieferbar

Japanische Gesellschaft für Germanistik (Hrsg.)

Zäsuren – Welt/Literatur


Der vorliegende Band versammelt Beiträge zu den beiden Themenkomplexen, die im Rahmen des Kulturseminars der Japanischen Gesellschaft für Germanistik in Tateshina/Japan der Jahre 2016 und 2017 diskutiert wurden. · Zäsuren: Im gegenwärtigen medialen und politischen Diskurs erfreut sich die Rede von der Zäsur gerade wieder einer deutlichen Konjunktur, etwa in der Phrase von der „Überschreitung roter Linien“ oder als Unterbrechung von bis dato geltenden Normen. Bereits Aristoteles hat die „Peripetie“ am Beispiel von Sophokles’ König Ödipus erläutert und in Verbindung mit dem Wandel des Schicksals von Glück zu Unglück als wichtiges Handlungselement der Tragödie postuliert. · Welt/Literatur: Die ikonischen Bilder vom ‚blauen Planeten‘, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dank der modernen Raumfahrttechnik angefertigt wurden, prägen seither die kollektive Vorstellung des Planeten Erde, den wir gemeinhin mit unserer Welt gleichsetzen. Heute werden Hybride aus Satelliten- und Luftbildern dazu verwendet, dreidimensionale, bis ins kleinste Detail zoombare virtuelle Globen zu erstellen, die im Verbund mit GPS-Systemen die Welt zu einer rechnerisch ständig verfügbaren Größe machen.


Teil 1: Zäsuren · Hendrik Birus: Zäsuren: eine Begriffsklärung · Youn-Ock Kim: Die narrative Zäsur als Selbsterfahrungs- und Selbstrettungsstrategie des modernen Ichs. Zu Darstellungen der Apokalypse in Thomas Manns Faust-Konzeption oder zu einem Weg aus der Identitätskrise · Marcus Conrad: Gesellschaftliche Umbrüche und literarhistorische Zäsuren. Lessing und Brecht und ihre Theaterkonzeptionen in der Auseinandersetzung mit Aristoteles · Toshiro Eki: Das Trauerspiel vom Rückzug Gottes. Hölderlins Theorie des Tragischen und sein Konzept der Zäsur · Takuto Nito: Zäsur im Schreiben. Zur Materialität des handschriftlichen Fragments bei Friedrich Schlegel · Teil 2: Welt/Literatur – Formation und Funktionen der Literatur in Prozessen der Globalisierung · Robert Stockhammer: Goethes Welt-Komposition und die ‚Erde’ im Archivroman (zu „Wilhelm Meisters Wanderjahre“) · Shoou-Huey Chang: Auf dem Weg zur „Weltliteratur” – Einblick in die Anfänge der jiddischen Erinnerungsliteratur · Hideki Asai: Zwei Vermittler zwischen Technik und Poesie. Eine vergleichende Studie über das Spinnerei-Motiv in Goethes Roman „Wilhelm Meisters Wanderjahre“ und Torahiko Teradas Essay „Das Spinnrad“ · Marcus Conrad: August Ludwig Schlözers universalhistorische Konzeption und Goethes Begriff der Weltliteratur · Takayuki Kasai: Märchenwelt in der Moderne. Probleme der Wirklichkeit und Fiktion in Robert Walsers frühen Dramoletten · Minami Miyashita: Jenseits des „Seinesgleichen”. Robert Musils endlose Suche nach der neuen Form von Welt/Literatur · Yuji Nawata: Weltliteraturgeschichte als Natur- und Materialgeschichte · André Reichart: Fehl am Platz – Transgression und diegetische Welten · Miyuki Soejima: Welthaltigkeit, Weltliterarität und (Post-)Kolonialität der deutschen Gegenwartsliteratur · Claus Telge: Anthologie und Appropriation: Hans Magnus Enzensbergers „Museum der modernen Poesie“



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